Die Wespe im Jahreskreis
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Erstellt: 9. August 2007
- Frühling
Die junge Königin, die den Winter überlebt hat, gründet mit der Ablage von bis zu 20 Eiern eine Kolonie. Unfruchtbare Arbeiterinnen wachsen heran, bauen das Nest aus und übernehmen die Brutpflege. Die Königin legt a jetzt nur noch Eier.
- Sommer
Das Nest von bis zu 20cm Durchmesser beherbergt mehrere hundert Wespen. Das gesamte Volk kann auf mehrere tausend Tiere anwachsen. Am Ende des Sommers reifen unbefruchtete Eier zu Drohnen heran, die sich mit weiblichen Wespen paaren.
- Herbst
In der Kälte sterben alle Wespen einschließlich der Königin. Nur junge befruchtete Weibchen überleben.
- Winter
Die jungen Königinnen überwintern an geschützten Orten, zum Beispiel unter Rinde, Steinen oder in verlassenen Nestern von Nagetieren und warten auf den Frühling.
Wespen lieben die Wärme. Ist es im Frühsommer sehr warm, haben Wespen bereits Hochsaison. So kommt es dann auch im Hochsommer zum vermehrten Auftreten von Wespen. Normalerweise stechen die gelb-schwarzen Insekten nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Allerdings kann es auch zu völlig grundlosen Attacken kommen.
Die mittlere Wespe
- Größe: bis zu 25mm
- Ernährung: Nektar und andere Insekten, aber auch diverse Lebensmittel, vor allem Fleisch
- Einen Stachel haben nur die Arbeiterinnen
- Für Allergiker kann schon ein Stich tödlich sein.
- Tötet man eine Wespe in der Nähe des Nestes, wird eine Substand freigesetzt, die andere Wespen herbeiruft. Die Üben dann Rache.
Nach meinen Beobachtungen sind Wespen als „Späher“ unterwegs. Wenn sie Nahrung entdeckt haben, informieren sie rasch ihre Artgenossen, die dann ebenfalls auftauchen. Diese Verhaltensweise kann man gut beim Frühstück auf dem Balkon feststellen.
Das Gift der Wespe ist eigentlich nicht sehr gefährlich. Allerdings erhöht jeder Stich die Antikörper beim Menschen. So können zwei Stiche innerhalb von 14 Tagen schon zum Problem werden.
In Österreich sterben pro Jahr bis zu 10 Menschen an Wespenstichen.
Wespen-Alarm!
Wespen, vor allem die Deutsche oder die Gemeine Wespe, können im Spätsommer und im Herbst unangenehm werden, doch besteht in der Regel kein Grund zur Panik oder voreiligen Bekämpfungsmaßnahmen. Wenn es sich beim Nest um ein freihängendes handelt, so sollten Sie möglichst auf Maßnahmen ganz verzichten, denn die Arten, die freihängende Nester bauen, sind friedfertig. Es handelt sich dann möglicherweise auch um eine bedrohte Art, wie die Mittlere Wespe. Wesentlich häufiger sind die Deutsche oder Gemeine Wespe die ihre Nester in Erdlöchern oder in Hohlräumen bauen (oftmals im Rollladenkasten).
Die Wespe fliegt so lange zum Krug, bis sie hineinfällt.
Der Lebenszyklus der Wespen beginnt im Frühjahr, wenn die Königinnen, die den Winter überlebt haben, ihre papierartigen Nester bauen und ihre ersten Eier legen. Um die erste Brut kümmert sich die Königin, um später gelegte Eier das ganze Wespenvolk. In dieser Zeit fallen die Wespen kaum auf und sind nicht aggressiv. Ihr Futter besteht aus süßen Pflanzensäften, und die Brut wird mit eiweißhaltiger Nahrung versorgt. Viele Insekten werden gefangen und verfüttert und manch ein Gartenschädling bekommt so Probleme. Wir können die Wespen manchmal auch dabei beobachten, wie sie kleine Stücke aus Schinken oder Fleisch herausschneiden und diese abtransportieren.
Im Spätsommer, wenn die neuen Wespenköniginnen herangewachsen, befruchtet und ausgeflogen sind, beenden die Wespen auch die Versorgung der restlichen Brut. Das Nest wird allerdings noch nicht verlassen. Die noch lebenden Wespen gehen dort ein und aus und benötigen als Futter jetzt nur noch „Süßes“ für ihre eigene Ernährung. Dieses Futter wird in der Natur im Herbst jedoch knapp und eine noch verbleibende Quelle ist reifes Obst - ein Grund warum Wespen in der Zwetschgenkuchenzeit oft lästig werden. Das Wespenvolk stirbt im Herbst und spätestens Anfang November ist der Spuk vorbei und das Nest verlassen. Dann können Sie es ohne Probleme entfernen und den Zugang verschließen. Die bereits ausgeflogenen Königinnen werden überwintern und im nächsten Frühjahr irgendwo einen neuen Platz suchen, um ein Nest zu bauen und ein neues Volk zu gründen. Der alte Platz wird nicht wieder aufgesucht.
Das ist eine Hornisse, beachtliche 4cm groß; von Weitem hört man sie an ihrem tiefen Flügelbrummen.
Ablenkung durch Fütterung
Wenn Sie sich mit den Wespen auf dem Balkon also noch bis Anfang November arrangieren können, so würde ich Ihnen das als den besten Weg empfehlen. Wenn Sie zudem an einem festen Ort, möglichst nicht zu weit von Ihrem Tisch entfernt, die Wespen, während Ihres Frühstücks füttern, dann merken sich die Wespen nach einer gewissen Zeit diesen Futterplatz, und lassen Sie bei der Mahlzeit weitgehend unbehelligt. Müssen Sie die Wespen erst noch vom Frühstückstisch weglocken, weil sie diesen bisher als ihren angestammten Futterplatz betrachtet haben, so empfiehlt es sich, das Futterschälchen von Mahl zu Mahl etwas entfernter aufzustellen und wenn möglich mit der Fütterung bereits vor dem Frühstück zu beginnen. Mit Hilfe von ätherischen Ölen, mit Nelken gespickten Zitronenhälften, einem Zitronenmelisse- oder Rainfarnstrauß oder einem Verdampfer mit Nelkenöl können Sie zudem die Wespen vom Essenstisch fernhalten. Das funktioniert allerdings nur bei Windstille.
Die Wespen bauten sich im Geräteanbau auf den Zinken des Rechens ein Nest.
Wenn Sie nicht mit den Wespen leben können...
weil Sie zum Beispiel allergisch gegen das Wespengift reagieren, so gibt es die Möglichkeit, Wespen umsiedeln zu lassen. Freihängende Wespennester können in einem Tongefäß transportiert werden, um sie dann in Waldrandnähe wieder auszusetzen. Es ist aber nicht möglich, Wespennester aus jedem Versteck zu holen. Ein Rollladenkasten z.B. ist oft auch für den Profi ein nicht überwindbares Hindernis bei der Umsiedlung. In manchen Situationen gibt es dann keine andere Möglichkeit mehr, als die Wespen zu vergiften. Doch aufgepaßt, die Gifte, die für Wespen gefährlich sind, können auch Menschen gefährden! Und viele der angewendeten Mittel vergiften über Jahre ihre direkte Wohnumgebung. Das einzige Mittel, das im Notfall eingesetzt werden kann, da es sich schneller als andere handelsüblichen Gifte abbaut, ist reines Pyrethrum, ohne Zusatz von anderen Substanzen. Wenn Sie einen Schädlingsbekämpfer beauftragen, müssen Sie darauf in jedem Fall achten. Doch auch Pyrethrum ist ein starkes Nervengift. Auch hier sind größte Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um einen Kontakt mit dem Gift zu vermeiden.
Schlupfwespen - die Harmlosen - legen ihre Eier in Raupen ab. Hier sieht man die Larven schlüpfen. Die Raupe ist dabei ums Leben gekommen.
Die Französische Feldwespe
Allgemeines:
Die Französische Feldwespe ist in keiner Weise aggresiv gegenüber Menschen und sehr nützlich. Sie wird in der Literatur auch mit dem wissenschaftlichen Namen Polistes gallicus bezeichnet.
Lebensraum:
An offenen warmen Stellen, oft im Siedlungsbereich.
Entwicklung:
Im Frühjahr wird das Nest von einer überwinternden Jungkönigin begründet. Das Nest wird aus Holzkitt gefertigt, wobei das Holz von vertrockneten Pflanzenstengeln abgeraspelt und mit einem Sekret der Speicheldrüsen vermischt wird. Das Nest befindet sich in Mitteleuropa oft in Gebäuden, z. B. Garagen, Schuppen oder Jalousiekästen. Das fertige Nest besteht aus etwa 50 Zellen und weist keine schützende Umhüllung auf. Im Nest leben bis 30 Arbeiterinnen. Ab Ende Juli erscheinen die Weibchen und Männchen der neuen Generation. Im September verenden die Feldwespen, nur die begatteten Jungköniginnen überwintern.
Eine Wespe mit langen Beinen
Körperlänge:
Königin: 13 - 18 mm;
Arbeiterin und Männchen: 12 - 15 mm.
Kennzeichen:
Die Feldwespe hat auf dem Hinterleib ein gelb-schwarzes, sehr variables Muster. Der Kopfschild ist meist vollkommen gelb, zuweilen mit einem mehr oder weniger ausgedehnten schwarzen Fleck in der Mitte. Die Fühler sind ab dem 3. Geißelglied vollkommen gelborange. Die Unterseite des letzten Hinterleibssegmentes ist gelb.
Ernährung:
Nektar, Insekten.
Verbreitung:
Süd- und Zentraleuropa, Asien bis Japan, Nordamerika, Australien.
Wenn es warm ist, holen die Feldwespen Wasser - siehe Fotos - und kühlen damit ihre Brut.
In der hohlen Sprosse einer Aluleiter haben sie ein kleines Nest gebaut. Eine Feldwespe hält Wache.
Harmloser als Honigbienen... Die Hornissen
Sie sind größer als Wespen, brummen bedrohlicher als Bienen und sind doch friedfertiger als beide. Vor der gnadenlosen Verfolgung durch uns Menschen schützt es sie aber nicht.
Eis, Zucker oder Marillenkuchen verschmähen sie; Obst aber schmeckt den Hornissen hervorragend. Hauptsächlich ernähren sie sich von Insekten, und das Tag und Nacht.
Hornissen fressen sogar die lästigen Wespen.
Ein Hornissenvolk frisst an einem Tag so viele Insekten wie 50 Meisen.
Hornissen sind scheuer als Honigbienen. Sie ziehen die rasche Flucht in den Bau einem Konflikt mit dem Menschen vor. Die Tiere stecken auch nur dann, wenn sie in ihrem unmittelbaren Nestbereich gestört werden und glauben, dass sie ihr Volk verteidigen müssen.
Sieben Hornissen töten ein Pferd, drei einen erwachsenen Menschen und zwei ein Kind... Jeder hat diese Geschichte schon mal gehört. Natürlich, wenn einem so ein 4cm großes Insekt um den Kopf schwirrt, fällt es schwer, sich vom Gegenteil überzeugen zu lassen. Doch Hornissen greifen nie grundlos an.
Was aber, wenn einem dieser Minihelikopter zu nahe kommt? Ruhe bewahren! Panik ist auch dann nicht angebracht, wenn man gestochen wird. Zwar ist der Stich schmerzhaft, doch Hornissengift ist nicht toxischer als jenes von Bienen oder Wespen. Ein gesunder Mensch wird nicht daran sterben.
Wenn die Einstichstelle sofort ausgesaugt und gekühlt wird. tritt rasche Linderung ein. Das Übliche hilft: Essigsaure Tonerde auflegen; einreiben mit einer Zwiebelhälfte oder dementsprechende Salben. Und natürlich von Anfang an die Einstichstelle kalt halten mit Eis oder unter fließendem Wasser.
Durch die gnadenlose Verfolgung sind die Hornissen an den Rand des Aussterbens gedrängt worden. Im Jahr 2002 gab es noch einige von ihnen im @lpingarten. 2003 haben wir keine beobachtet.
Lasst die nützlichen Hornissen leben! Sie sind ein Teil unserer Schöpfung!
























