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Erdkröten

  • Erstellt: 28. Juni 2017

Erdkröten und Frösche zählen zu den besten Schneckenverzehrern. Man muss ihnen nur einen Unterschlupf und ausreichende Ernährung sichern.

Schnecken sind Nachttiere und kommen erst in der Dämmerung heraus. Sie können die Schnecken bei einsetzender Dunkelheit oder ganz früh am Morgen von Pflanzen und vom Boden absammeln.

Kröten haben auch viele Feinde, die diese behäbigen Tiere zum Fressen gern haben. Deshalb ist es besonders wichtig, ihnen genügend Versteckmöglichkeiten im Garten zu bieten wie Laubhaufen, Steine, unter denen sich Hohlräume befinden, Trockenmauern mit großen Ritzen, Holzstapel oder Reisighaufen. Zu den größten Feinden gehören aber gerade zu Wanderzeit Autoreifen. Daher bittet der NABU Heinsberg alle Autofahrer um Rücksicht auf wandernde Amphibien. V.a. in der Abenddämmerung und in warmen, feuchten Nächten sind Amphibien besonders aktiv. Aber auch die Aktiven des NABU, die im Kreis Heinsberg mehrere Kilometer Krötenzäune betreuen und die Tiere sicher über die Straße bringen, freuen sich, wenn sie nicht durch nahes Vorbeifahren und überhöhte Geschwindigkeiten gefährdet und durch Hupen belästigt werden!

Erdkröten auf ihrem Weg zum Laichgewässer

In feuchten Nächten, sobald die Temperatur über 5 Grad Celsius steigt, wandern sie wieder, die Grasfrösche, Erdkröten und Molche. Viele Menschen finden v.a. die Erdkröten mit ihrer warzigen Haut hässlich, andere hingegen finden zumindest die Augen der Kröten schön, denn die Iris glänzt goldgrün bis kupferfarben. Interessant ist auf jeden Fall die Lebensweise dieser unscheinbaren Tiere.

Bereits im vorigen Oktober gruben sich die Kröten in die Erde ein oder verbrachten frostgeschützt unter Steinen, Laub, Brettern oder Buschwerk den Winter. Warmer Frühlingsregen weckt die Tiere auf und - ohne Nahrung aufzunehmen- wandern sie, einem inneren Trieb folgend, zu den Laichgewässern, die sie als Jungtiere verlassen haben. Selbst wenn dieser Teich längst zugeschüttet oder überbaut wurde, finden sich die Kröten noch viele Jahre hier ein. “Um zu ihrem Teich zu kommen, müssen sie oft 2 bis 3 km zurücklegen und dabei viele Hindernisse überwinden”, so Biologe Michael Straube, Pressesprecher des NABU Heinsberg. Schon eine Bordsteinkante zwingt sie zu einem Umweg. Aber auch Gräben mit steilen Ufern, Drahtzäune, die bis in die Erde eingegraben wurden, Stützmauern und Straßen versperren ihnen den Weg.

“Wie die Kröten trotz all dieser Hindernisse jedes Jahr ihr Geburtsgewässer wiederfinden, konnte immer noch nicht genau erforscht werden. Es werden Zusammenhänge mit dem Erdmagnetfeld und den Mondphasen vermutet”, so der NABU, “denn der Geruchssinn der Tiere reicht nicht aus und ihr Sichtfeld beschränkt sich auf die nächste Umgebung. Außerdem wandern sie nur in der Dämmerung und nachts, damit ihre empfindliche Haut nicht austrocknet.”

Wenn auf der langen Wanderung ein Krötenmännchen auf ein Weibchen trifft, klammert es sich auf ihrem Rücken fest und läßt sich tragen. Diese Männchen sind im Vorteil, wenn sie an ihrem Laichgewässer ankommen, da dort erbitterte Kämpfe um die wenigen freien Weibchen beginnen. Sollte ein Männchen versehentlich ein anderes Männchen umklammern, stößt das bedrängte Tier sofort einen quakenden Abwehrruf aus, so daß der Irrtum schnell bemerkt wird.

In ihrem Laichgewässer halten sich die Kröten nur wenige Tage auf. Bald nach ihrer Ankunft beginnt das Weibchen mit der Ablage der Laichschnüre. Diese meterlangen Schnüre enthalten 2000 bis 5000 Eier und werden um Wasserpflanzen oder treibendes Holz geschlungen. Nach dem Ablaichen trennen sich die Krötenpaare, verlassen das Gewässer und wandern zurück in ihr eigentliches “Element”, schattige Laubwäld, Wiesen und Gärten. Erst hier nehmen sie wieder Nahrung auf.