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Die Sache mit dem Boden und seiner Verbesserung

  • Erstellt: 28. Juni 2017

Welcher Boden ist ideal für Rasen?

Optimal ist ein lehmiger Sandboden Böden mit ausreichend Humusgehalt. Er besteht zu 50% aus festen Bestandteilen, 30% wassergefüllten und 20% luftgefüllten Poren. Er ist ausreichend trittfest und in der Lage Wasser und Nährstoffe zu halten.

Sandböden aus bis 80% grobem Sand und 20% humushaltiger Erde werden für strapazierfähige Rasenflächen z.B. Sportplätze genutzt. Sie sind extrem belastbar da der Boden sich nicht verdichtet. Der Boden kann aber weder Wasser noch Nährstoffe halten und muss regelmäßig gewässert und gedüngt
werden.
Lehmböden sind ungeeignet . Sie trocknen zwar langsam ab, werden dann sehr hart und reißen auf. Auch neigen Rasenflächen auf Lehmböden zur Staunässe mit den damit verbundenen Gefahren hinsichtlich Moosbildung.
Humusböden haben den Nachteil, dass der Rasen weich und nicht begehbar ist.

Welche Böden gibt es überhaupt?

Sandboden - Sandige "leichte" Böden erwärmen sich sehr schnell, kühlen aber auch schnell wieder ab. Sandböden lassen sich gut bearbeiten und sind sehr wasserdurchlässig, wodurch Nährstoffe schnell ausgewaschen und organische Bestandteile zersetzt werden

Fingerprobe - Die Bodenprobe lässt sich nicht zu einer bleistiftdicken Wurst ausrollen (sie bröselt). Einzelkörner sind zu erkennen und fühlbar. Beim Zerreiben auf der Handfläche ist kein toniges Material erkennbar.

Lehmboden - Lehmböden halten Wasser und Nährstoffe sehr gut fest. Der ideale Gartenboden ist ein mittelschwerer Lehmboden, der eine Mischform aus Sand und Ton darstellt.

Fingerprobe - Die Probe lässt sich zu einer bleistiftdicken Wurst ausrollen. Einzellkörner sind erkennbar. Beim zerreiben auf der Handfläche ist toniges Material erkennbar. Gleitet man mit dem Daumen über die Probe, ist die "Gleitfläche" stumpf.

Tonböden - Von einem Tonboden spricht man bei 35% Tonanteilen. Es handelt sich dabei um einen "schweren" Boden. Er kann viel Wasser aufnehmen, erwärmt sich schwer. Er ist meist schlecht durchlüftet und Nährstoffe werden festgehalten. Bei Niederschlägen kann er schlammig werden, bei Trockenheit wird er hart und rissig. Er lässt sich nur schwer bearbeiten

Fingerprobe - Die Probe lässt sich zu einer halben bleistiftdicken Wurst ausrollen. Gleitet man mit dem Daumen über die Probe, ist die "Gleitfläche" glänzend. Schmiert stark beim Reiben in der Handfläche.

Kalkböden - Als Kalkboden bezeichnet man einen Boden, der aus mindestens 40% Kalk besteht. Der Kalkboden ist in der Regel arm und trocken und er kann nur wenig Wasser aufnehmen.

Fingerprobe - Der Kalkgehalt läßt sich durch versetzen einer kleinen Bodenprobe mit verdünnter Salzsäure schätzen: kein Aufbrausen - unter 1% Kalkgehalt; schwaches Aufbrausen - 1-3% Kalkgehalt starkes, nicht anhalten des Aufbrausen - 3-5% Kalkgehalt starkes anhaltendes Aufbrausen - über 5% Kalkgehalt

Humusboden - Als Humusboden wird ein Boden mit mehr als 15% Humusanteilen bezeichnet. Er ist in der Lage, viel Wasser aufzunehmen, ist aber schlecht durchlüftet und versauert leicht. Ein extremer Standort ist der Moorboden.

Fingerprobe - Eine ungefähre Schätzung nach dem Humusgehalt ist über die Farbe des Bodens möglich. Im allgemeinen ist ein Boden um so dunkler, je höher sein Humusgehalt ist.

Wie wird der Boden vorbereitet?

Der Boden sollte frei von Unkräutern sein. Besonders die Rhizome von z.B. Giersch , Huflattich, Quecke oder Schachtelhalm sollten sorgfältig aufgesammelt werden.

Die einfachste Form der Bodenbearbeitung ist sicher das Umgraben von Hand. Der Gärtner wird beim Thema Bodenbearbeitung erst an die Motorfräse denken, aber man hat nicht immer eine Fräse zur Hand. In manchen teilbepflanzten Beeten kann die Fräse nicht eingesetzt werden, und manchmal lohnt es sich einfach nicht. Kurzum, jeder Gärtner muß umgraben können.

Hat Umgraben Vorteile?

  • die folgende Einsaat oder Pflanzarbeit wird erleichtert,
  • organische Düngemittel wie Stallmist, Kompost oder Gründüngung werden so eingearbeitet,
  • Bodenverdichtungen können durch Umgraben beseitigt werden,
  • hartnäckigen Wurzelunkräutern wie Quecke, Giersch und Schachtelhalm kann man durch zielstrebiges Umgraben zu Leibe rücken.

Doch nichts hat nur Vorteile. Man muss auch die Nachteile des Umgrabens mit in Rechnung ziehen:

Umgraben ist arbeitsintensiv und damit sind Kosten verbunden,
Umgraben von zu nassem Boden, führt zur Zerstörung seiner Krümelstruktur. Ein guter Boden muss einen großen Anteil von Hohlräumen oder Poren haben, in dem sich Wasser, aber vor allem auch die Bodenluft aufhalten kann. Wird ein vernässter Boden umgegraben, so drückt man sein ganzes System von Bodenkrümeln und Hohlräumen, seine Krümelstruktur, zusammen.
Wird ein Boden zu oft bearbeitet, zu häufig umgegraben, führt dies dazu, dass ein sehr wichtiger
Bestandteil des Bodens, nämlich der Humus , zu schnell abgebaut wird.

Jeder kennt das Umgraben mit dem Spaten oder der Grabgabel. Jeden Herbst aus neue geht es auf den Gemüsebeeten los.

Umgraben mit dem Spaten - wozu?

Durch das Umgraben wird die Erde grobscholliger, so kann sie viel mehr Wasser aufnehmen und bietet dem Frost eine größere Angriffsfläche. Der Frost dringt durch die Schollen tiefer in den Boden ein und das aufgesogene Wasser wird zu Eis und dehnt sich in jeder Pore aus. So bricht der Frost den Boden auf und macht ihn krümeliger. Im Frühjahr zeigt durchgefrorenes Grabeland eine lockere Struktur; man nennt das die Frostgare.

Beim herbstlichen Umgraben lassen sich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: man bekämpft die Wuzelunkräuter durch das Heraussammeln der Wurzeln und sorgt für eine gute Frostgare.

Aber wie gräbt man richtig um?

Das Bodenleben hält sich in unserem Klima bis zu einer Tiefe von ca. 20 cm auf. Soll dem Bodenleben durch Lockern geholfen werden, braucht man auch nicht tiefer zu graben - umgraben also nur flach bis 20 Zentimeter Tiefe.

Nachhaltig können Bodenverbesserungsmittel die Bodeneigenschaften , wie Wasserführung, Durchlüftung und Speicherfähigkeit für Nährstoffe, verbessern.

Welche Bodenverbeserungsmitel gibt es?

Man unterscheidet :

Organische Stoffe,
Mineralische Naturstoffe und
Synthetische Stoffe.

Zu den Organischen Stoffen gehören:

Torf ist ein Naturprodukt aus unseren Mooren und sollte in der Regel nicht mehr verwendet werden. Mit ähnlichen Eigenschaften eignet sich der nachfolgend beschriebene Rindenhumus, der in der Forstwirtschaft beim Entrinden von Baumstämmen anfällt. Rindenhumus entsteht durch Kompostieren von Rinde und eignet sich im Gegensatz zu Rindenmulch (nicht fermentierte Rinde) gut zur Bodenverbesserung. Rindenhumus lockert den Boden, erhöht die Wasserspeicherungsfähigkeit und die Nährstoffanlagerung. Da Rindenhumus leicht sauer ist, wird auch die Bodenreaktion beeinflußt. Rindenhumus sollte 2cm dick aufgetragen und leicht eingearbeitet werden: das entspricht einer Menge von 2m³ oder 2000l auf 100m².

Kompost sollte in jedem Garten aufgesetzt werden. Dieser durch Verrottung entstandenernährstoffreiche humose Boden eignet sich im besonderen zur Belebung von armen Böden. Auch hier geht man von einer Menge von 2m³ pro 100m² aus. Müllkompost und Klärschlamm spielen im Haugarten keine Rolle. Sie finden Verwendung im Landschaftsbau bei der Verbesserung von Rohböden. Stallmist (Durchschnittsgehalt an 0,5% Stickstoff ) findet Anwendung in der Landwirtschaft zur Aktivierung des Bodenlebens.

Unter Gründüngung versteht man die Ansaat von schnellwüchsigen Einjahrespflanzen , wie Raps, Wicken, Lupine, Senf, Persischer Klee , Seradella oder Phacelia zum Zweck der Bodenverbesserung. Diese Methode stammt aus dem Ackerbau und lässt sich in leichter Abwandlung in unseren Hausgärten anwenden. Sie bietet uns die Möglichkeit, unsere "müden" Böden mit neuem Leben zu versorgen. Durch den Anbau der Gründüngungspflanzen wird der Boden beschattet (Schattengare) und durch das Wurzelwachstum gelockert. Der Humusgehalt durch das spätere Eingraben im Boden erhöht sich, mit der damit verbundene Aktivierung des Bodenlebens. Durch ihr rasches Wachstum wirken die Pflanzen unkrautverdrängend. Bei Verwendung von Leguminosen wird dem Boden gleichzeitig Stickstoff zugeführt. Vor Aussaat der Gründüngungspflanzen ist der Boden saatfertig herzurichten und zu düngen. Bevor die Pflanzen verholzen werden sie abgemäht, eine Woche liegengelassen und dann per Hand oder Motorfräse eingearbeitet. Als günstig erwiesen hat sich eine Einarbeitung im Herbst mit Pflanzung im folgenden Frühjahr.

Mineralischen Naturstoffen: Wo die Wasserdurchlässigkeit und die Durchlüftung zu verbessern ist, finden Sand , Lavasand oder Bims Anwendung. Bei allen drei geht man von einer Aufwandsmenge von 5-10m³ pro 100m² aus. Geringere Mengen bringen keinen Erfolg. Lavasand hat wegen seiner porösen Struktur den Vorteil der Wasserspeicherfähigkeit. Bims findet Anwendung auf Dachgärten wegen seines geringen Gewichtes. Zu den Synthetischen Stoffen gehört: Styromull (aufgeschäumtes Polystyrol)für die Lockerung und Durchlüftung schwerer Böden. Für die Verbesserung der Wasserdurchlässigkeit ist das Material mit einer Körnung von bis 12mm zu klein. Es speichert kein Wasser und beinhaltet auch keine Nährstoffe. Es findet Anwendung überall da, wo auf ein geringes Gewicht zu achten ist (Dachgärten und Pflanzkübel). Hygromull findet Anwendung bei der Verbesserung von leichten Böden. Es hat ähnliche Eigenschaften wie Torf. Es speichert Wasser und Nährstoffe und zersetzt sich unter Freigabe von Stickstoff mit der Zeit. Es ist zudem geruchlos und wird deshalb gerne auf Dachgärten angewendet. Es wird wie Torf aufgebraucht, bei 1-3 m³ pro 100m². Hygropur ist ein Gemenge aus 30% Styromull und 70% Hygropur mit all den positiven Eigenschaften. Tipp: Versuchen Sie es mal mit den Anbau von Kartoffeln !!!!

Übereifer kann sich bei Anlegen einer neuen Rasenfläche später rächen. Bei nicht gesetzten Boden wird dieser schnell uneben , was Unkrautbildung fördert. Unser Tipp für Sie: Bauen Sie im Frühjahr Kartoffeln an und bereiten Sie so den Boden optimal für eine Rasensaat im Herbst vor. Kartoffeln unterdrücken Unkräuter. Hierzu sollte man in der ersten Zeit jede Woche den Boden um die Kartoffeln lockern und säubern. Beim späteren Anhäufeln wird die Erde nochmals bearbeitet und das Unkraut hat keine Chance. Nach der erfolgten Ernte mit Hacke oder Forke wird das Erdreich gut durchgeackert und für die Ansaat oder für Fertigrasen vorbereitet.

Rasenansaat

Wann kann Rasen gesät werden?

Die günstigsten Auflaufbedingungen für Rasen liegt bei 8°C Bodentemperatur bei ausreichender Bodenfeuchtigkeit. In der Praxis bedeutet dies, daß man ab Mitte April mit der Aussaat beginnen kann. Der letzte Aussaattermin dürfte je Witterung im Oktober liegen. Rasen ist nur im Keimstadium gegen Trockenheit und Frost empfindlich. Es ist also darauf zu achten, daß während der Keimung ausreichend gewässert wird. Frühe Aussaaten können gut gelingen bei Rasenmischungen von Arten mit geringer Keimtemperatur; sie sollten aber wegen der verbundenen Gefahren nicht die Regel sein.

Wieviel Saatgut verwendet man?

Für den Gärtner maßgeblich ist die DIN 18917, die genaue Angaben darüber macht, wie viel Samenkörner pro m² ausgesät werden müssen. Die sich im Handel befindlichen Regelsaatgutmischungen geben präzise an, wie viel Saatgut pro m² auszubringen ist, in Abhängigkeit von den Bodenverhältnissen.

Wie säen wir an?

Für größere Rasenflächen wird in der Regel mit einer Rasenbaumaschine gearbeitet. Sie bietet den Vorteil, dass in einem Arbeitsgang das Saatgut verteilt, eingearbeitet und angewalzt wird. Für den privaten Haugarten empfiehlt sich die Handansaat oder einfache Sämaschinen. Mit etwas Erfahrung lässt sich die Saat per Hand aussäen. Hierbei wird für die geplante Fläche das Saatgut geteilt und im ersten Arbeitsgang in einer Richtung gehend breitwürfig ausgestreut. Im zweiten Arbeitsgang wird quer zur ersten Arbeitsrichtung gestreut. Schon leichter Wind kann die Arbeit undurchführbar machen. Sicherer bringt man die Rasensaat mit einem Streuwagen aus. Bei allen Aussaaten ist darauf zu achten, dass sich die unterschiedlich großen und schweren Grassamen nicht entmischen. Es ist von Vorteil direkt vor der Aussaat das Saatgut nachzumischen. Da Gräser Lichtkeimer sind, benötigt die Saat eine Einbautiefe von nur 0,5 bis 1cm. Hierzu wird mit einer Igelwalze oder mit dem Rücken eines Holzrechens die Saat flach eingearbeitet. Gewalzt wird nur bei trockenem Wetter ( Satt klebt sonst an der Walze), um die Saat an den Boden zu drücken und ein Bewurzeln zu erleichtern. Das Walzen hat einen zweiten Nebeneffekt: die Bodenoberfläche wird geglättet und erleichtert das spätere Mähen. Für kleinere Rasenflächen mag es ausreichen, die Rasensamen mit Tretbrettern , die man sich unter die Schuhe bindet, Schritt für Schritt festzutreten.