Ameisen im Garten
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Erstellt: 20. Mai 2002
Ameisen werden meist zu schnell als "Schädlinge" bezeichnet. Bei der Durchführung einer Schaden-Nutzen-Analyse kann ein klares Plus beim Nutzen der Ameisen verbucht werden:
- Ameisen jagen und fressen Kleinlebewesen, die es auf Gartenpflanzen abgesehen haben.
- Sie bereiten den Boden für wichtige Nützlinge wie etwa den Regenwurm vor (Bodenumschichtung).
- Viele Pflanzen verdanken ihre Verbreitung den Ameisen: Veilchen, Ehrenpreis, Schöllkraut, ...
Ameisen-Vernichtungsversuche mit chemischen Fallen und anderen Methoden (z. B. heißes Wasser) fruchten meist wenig. Ameisen kommen wieder, wenn der Standort als Nestplatz ideal ist. Zudem könnten andere Tiere und auch Pflanzen in Mitleidenschaft gezogen werden.
Ameisen in Beeten, auf der Terrasse und in Kübeln
Ameisen können indirekt Pflanzenschäden anrichten. Durch das Verwühlen im Boden verlieren die Wurzeln den Bodenkontakt, sie können kein mehr Wasser aufnehmen und die Pflanze vertrocknet. Ameisen pflegen außerdem Blattläuse wie Weidevieh, beschützen sie vor ihren natürlichen Feinden, bringen sie zu neuen Futterplätzen und regen sie durch Betrillern zu mehr Saugen an, denn die Ameisen “ernten” die Honigtau-Ausscheidungen der Blattläuse.
Vertreiben von Ameisen ohne chemische Gifte
Einen Lappen mit Teer, Fischtran oder Petrol tränken und auf den Haufen oder über ein Nest legen. Die Lappen dürfen nicht tropfen. Vertreibt auch den Menschen!
Holunderblüten, Tomatenblätter oder Knoblauch auf das Nest legen.
Mit Holzasche und Russ können Ameisenstrassen umgelenkt werden. Nicht auf den Haufen oder auf das Nest streuen.
Kräuterjauchen aus Rainfarn, Wermut, Tabakblättern, Nussbaumblättern: 12 Stunden einlegen, aufkochen und abgekühlt gießen. Vorsicht: Tabakblätter sind giftig.
Blumentöpfe über Ameisennester stülpen. In diese von der Sonne erwärmten Töpfe transportieren die bodennestbauenden Ameisen ihre Brut. Mit einem Spaten lässt sich so die ganze Brut mit Königinnen entfernen. Der Inhalt kann z.B. an einer Hecke wieder ausgeleert werden.
Es wird viel darüber diskutiert, ob Ameisen nützlich oder schädlich sind. Als Allesfresser beseitigen sie im Garten beispielsweise tote Tiere und abgestorbene Pflanzenteile und sind somit durchaus nützlich. Andererseits pflegen sie Blattläuse, deren Honigtau-Ausscheidungen für Ameisen ein unwiderstehliches Nahrungsmittel ist. Da sie die natürlichen Feinde der Blattläuse aggressiv von den Blattlauskolonien vertreiben und sich dadurch diese Kolonien stark vergrößern können, muss man zeitweilig mit geeigneten Mitteln eingreifen.
Oft haben wir es in unseren Gärten mit der Gelben Weg- oder Wiesenameise zu tun. Man findet sie häufig in Rasenflächen. Diese zwei bis vier Millimeter großen Ameisen legen unterirdische Bauten an, die an der Bodenoberfläche durch maulwurfartige Erdhügel zu erkennen sind. Diese sind teilweise von Gräsern und Kräutern durchwachsen.
Die Gelbe Wegameise ernährt sich hauptsächlich vom Honigtau der Wurzelläuse. Die Vorliebe für „Süßigkeiten“ kann man bei der Bekämpfung einkalkulieren. In der Nähe der Bauten stellt man Gläser mit Honigresten, Zuckersirup oder Marmelade auf und fängt damit die Ameisen ab. Wenn man die Tiere auf dem Kompost aussetzt, können sie bei der Kompostbereitung sehr behilflich sein.
Wenn man die Ameisen vertreiben will, kann man auch Wermutjauche in die Bauten gießen (300 Gramm frisches oder 30 Gramm getrocknetes Kraut in zehn Liter Wasser etwa 14 Tage vergären lassen). Außerdem mögen Ameisen den Geruch von Aromapflanzen nicht, wie sie mediterrane Kräuter (zum Beispiel Lavendel, Thymian, Majoran) ausströmen. Man kann beispielsweise diese Kräuter im Garten auspflanzen oder auch Pflanzenteile auslegen, um die Ameisen zu vertreiben.
Es wird davon berichtet, dass sich die Ameisen durch Kupferblech vertreiben lassen. Dazu wurde ein Stück Kupferblech in den Bau gesteckt, und schon nach kurzer Zeit waren die Ameisen verschwunden. Überall dort, wo sich die Tiere niederlassen wollen, muss man das Blech für einen Tag in die Erde stecken.

